Die Sekundarschulen in Marthalen, Andelfingen und Ossingen bauen mit «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» eine Solaranlage auf dem Schulhausdach. Die erste Anlage im Zürcher Weinland wurde am Montag, 9. April, in Marthalen gebaut – und die Jugendlichen halfen begeistert mit.

Gemäss dem Motto «keine Solaranlage ohne Bildung» bringt die Kampagne «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» (JZZ) die Themen Klima und Energie aktionsbezogen an die Schulen. «Es macht viel Spass beim Anlagenbau zu helfen und mitanpacken zu können», erzählt Leo (14), während er an der Konstruktion arbeitet, an welcher er später die Solarpanels befestigt wird. «Ich finde es gut, dass wir uns mit erneuerbarer Energie auseinandersetzen. Denn wir machen unseren Planeten kaputt und schaffen uns damit selbst ein Problem. Dass wir solche Themen an der Schule behandeln, ist wichtig, denn da lernen wir fürs Leben.»

Mehr als eine Solaranlage

Auch Shoshana (13) ist es wichtig, die Umwelt zu schützen. Sie erzählt vom Bildungsteil des Aktionstages: «Wir haben gelernt, wofür wir Energie benötigen und wie viel Energie mit einer Solarzelle produziert werden kann. Auch die verschiedenen Arten der Energiegewinnung haben wir kennengelernt. Ich finde es gut, dass die Schule Solarenergie nutzt. Denn so grosse Gebäude verbrauchen viel Energie.»

Im vergangenen September ist die Sekundarschule Kreis Marthalen mit dem Motto «SKM – Sonne kann mehr!» in das JZZ-Projekt gestartet. Schulleiterin Ida Kaissl erzählt: «Wir haben mit den Schülern schon viel thematisiert zu Energiewende und Klimawandel. Ich hoffe, dass der heutige Baustellentag für sie das Gelernte auf praktische Weise verdichtet.» Ein Solarfox, ein spezieller Bildschirm, wird den Stromertrag und die CO2-Einsparung der Solaranlage sichtbar machen.

Ein Gemeinschaftsprojekt

 Damit auch in den kommenden Jahren Aktionstage, Projektwochen und Exkursionen zu Nachhaltigkeit, Energie und Klima möglich sind, verkauft die Schule unter jzz.ch/marthalen symbolische Solarzellen im Wert von 40.- Franken. Der Erlös fliesst ins «Klimakässeli». Die Solaranlage wurde von der Genossenschaft Genosol Martella finanziert. So unterstützt die Bevölkerung Klimaschutz aktiv und konkret – und zwar vor Ort. Bis jetzt wurde knapp die Hälfte der 400 symbolischen Solarzellen verkauft. Unterstützung ist also weiterhin gefragt.

Solarenergie macht Schule

«Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» (JZZ) ist eine Kampagne von myblueplanet, einer gemeinnützigen, unabhängigen Schweizer Klimaschutzorganisation. Was 2012 als Pilotprojekt in Winterthur begonnen hat, entwickelt sich zu einer nationalen Kampagne. Schweizweit setzen sich bereits 17 Schulen mit «Jede Zelle zählt» für erneuerbare Energien und Klimaschutz ein. Gebaut wird dieses Jahr neben Marthalen, Andelfingen und Ossingen ebenfalls in Eglisau, Dietlikon, Grenchen, Elsau-Schlatt und im Unteren Furttal. Bereits realisiert wurden Anlagen in Winterthur, Oberseen, Turbenthal, Hunzenschwil, Münsingen, Affeltrangen-Tobel und Utenberg.

 

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