Ein Schultag ohne Strom: Als erste Schule im Kanton Aargau gibt die Schule Hunzenschwil den Startschuss für ein einjähriges Energiebildungsprojekt.

Am letzten Freitag blieben in den Gebäuden der Schule Hunzenschwil die Lichter aus – und zwar gewollt! Ganze fünf Stunden sorgte besinnlicher Kerzenschein in allen Klassenzimmern für eine einmalige Unterrichtsatmosphäre. Im Rahmen des Black Out Days erfuhren Schüler und Lehrer, was es für den Schulalltag bedeutet, wenn der Strom ausbleibt.

Schulbetrieb auf Sparflamme

Keine funktionierenden Uhren, kein Pausengong. Nicht einmal mehr die elektrifizierte Türschliessanlage funktionierte zur Überraschung der ein oder anderen vor verschlossener Türe stehenden Lehrperson. Für die Schüler war der Stromausfall ein Erlebnis. Mit vielen Kerzen bestückt, verwandelten sich die Arbeitsplätze in den Klassenzimmern in lauschige Plätzchen, die zum Verweilen einluden. «Ich finde es toll und sehr gemütlich, bei Kerzenschein zu lernen», schwärmt die 11-jährige Shyqerije Shehu und geht dabei entspannt ihrer Schreibarbeit nach.

Der Black Out Day an der Schule Hunzenschwil gibt den Startschuss für das einjährige Energiebildungsprojekt «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» und mündet in die Montage einer Solaranlage auf den Dächern der Schule.

Verantwortungsvoller Umgang

Ein Jahr lang begleiten spannende Aktionen zu den Themen Energie, Klima und Nachhaltigkeit den Schulalltag und liefern wichtige Denkanstösse für Schüler und auch für die Lehrer. Ziel solle es sein, junge Menschen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energieressourcen zu sensibilisieren, denn sie seien die «Change Agents» von morgen, erklärt Projektleiter und Mitgield der Klimaschutzorganisation myblueplanet aus Winterthur, Manuel Scherrer.

mybluepanet setzt sich gezielt für eine Klimabildung an Schulen ein, leistet Aufklärungsarbeit und bietet jungen Menschen mittels spannenden Aktionen einen spielerischen Zugang zum Thema Umweltschutz. Es gebe eine Vielzahl ökologisch sinvoller Alternativen zu erzeugtem Atomstrom, mit deren umweltschonender Nutzung sich bis zu 40% einsparen liessen, betont Manuel Scherrer, der sich als Bergsportler aus Leidenschaft für den Klimaschutz engagiert.

Bereits sieben Schulen in der Deutschschweiz kommen nun schon mit ihren eigenen Solaranlagen in den Genuss von sauberem Solarstrom. Da darf Hunzenschwil nicht fehlen, davon ist Schulleiter Daniel Meier überzeugt und geht mit gutem Beispiel voran.

«Das Projekt ist eine Chance, die wir den Kindern und auch der Bevölkerung mitgeben wollen.» Denn in Sachen Klimaschutz sei es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Unter jzz.ch/hunzenschwil kann jeder einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz leisten und ideelle Solaranlagen spenden. Der Erlös fliesst vollumfänglich in das Klimaprojekt un ermöglicht Jugendlichen einen erlebnisorientierten Zugang zum Thema Klimawandel und Ressourcennutzung.

 

PDF Artikel LBA: Erlebnis-Klimaschutz