Die Sekundarschule Breiti in Turbenthal-Wildberg wurde am 16. Juni 2017 von myblueplanet als erste Schweizer Klimaschule ausgezeichnet. Während der Projektwoche «Mit Energie durch die Woche» vom 12.-16. Juni haben die Schülerinnen und Schüler selbst erlebt, wie sie Energie erzeugen und nutzen können.

«Es ist wichtig, dass die Schulen die Themen Energie, Klima und Umwelt aufgreifen. Die jungen Leute von heute sind diejenigen, die später entscheiden werden und Nachhaltigkeit vorleben können.» Schulleiter Beat Spaltenstein ist überzeugt und begeistert von seiner Klimaschule, das spürt jeder, der mit ihm spricht. Die Sekundarschule Breiti in Turbenthal-Wildberg übernimmt mit ihrem Engagement eine Vorreiterrolle.

Wie alles begann…

Doch wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass die Schule heute ihre Kaffeemaschine repariert, anstelle eine neue zu kaufen? Dass sich die Schüler auf dem Pausenplatz gegenseitig daran erinnern, die PET-Flaschen richtig zu entsorgen? Und dass ein ganzes Schulhaus für ein Gemeinschaftsprojekt am gleichen Strick zieht? Beat Spaltenstein erzählt: «Wir haben das Solarbildungsprojekt «Jede Zelle zählt» mit Erfolg abgeschlossen und uns überlegt, wie wir weitermachen können. Da hat es sich angeboten, die weiteren Schritte zur Klimaschule zu machen. Ich bin sehr stolz, dass wir heute die Auszeichnung als erste Klimaschule der Schweiz bekommen. Mit meinem Lehrerteam, den Schülerinnen und Schülern und den Behörden ein solches Projekt realisieren zu können, freut mich ungemein, und wir haben schon viel bewirkt.»

Nachhaltig feiern

Natürlich wurde auch beim Apéro zur Feier auf klimafreundliche Optionen geachtet. So gab es selbstgemachten Sirup mit Hahnenwasser und lokal gepressten Süssmost, statt der üblichen Softdrinks in Plastikflaschen. Die Schülerinnen und Schüler, die sich in der Projektwoche mit dem Energiethema «Feuer» beschäftigt hatten, zeigten, wie sie mit im Wald gesammelten Holz und selbst gebastelten Anzündwürfeln ein Feuer entfachen, auf dem sie Essen für alle kochen konnten. Das Highlight waren jedoch die Glacé vom regionalen Bauernhof aus einer solarbetriebenen Kühlbox. Was paradox klingt, funktioniert tatsächlich: Die Wärme der Sonne kann auch zur Kühlung verwendet werden.

Energie erleben

Gefeiert wurde auch der Abschluss der Projektwoche, in der sich die Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Arten von Energie auseinandergesetzt haben. Einige haben Energiebilder gemalt, andere mit Superfoods gekocht. Superfoods sind Lebensmittel mit hohem Nährstoffgehalt, die den Körper mit viel Energie versorgen. Severin (13) aus Wildberg und Luca (13) aus Turbenthal mussten so für einmal ihr Essen selber sammeln: «Wir haben verschiedene Gerichte gekocht mit Pflanzen aus der Natur – und die sind wirklich gut geworden. Gekocht haben wir ohne Zucker, nur mit Honig, und wir mussten unser Essen in Form von Kräutern auch der Töss entlang selbst suchen.» Das Kochen habe am meisten Spass gemacht, auf das Sammeln von Brennnesseln, die ihrem Namen alle Ehre machten, hätten die beiden Jungen verzichten können.

Nico (14) aus Wildberg hat im Rahmen der Projektwoche selbst ein Solarauto gebastelt: «Zuerst haben wir gelernt wie Solarenergie funktioniert und kleine Solarkraftwerke gebastelt. Unser Hauptprojekt war aber ein mit Sonnenenergie betriebenes Auto, das wir aus einer PET-Flasche gebaut haben und mit einer kleinen Solarzelle betrieben wird. Das Selberbauen hat richtig Spass gemacht.» Und wer hat das schnellste Auto gebaut? Zum Abschluss haben die Jugendlichen ihre Solarautos in einem Wettrennen gegeneinander antreten lassen. Das Auto, welches die Sonnenenergie am effizientesten genutzt hat, war am schnellsten unterwegs und hat die anderen abgehängt.

Angélique (16) aus Turbenthal hat sogar selbst einen Solarkocher gebaut und darin einen Kuchen gebacken. Die Schülerin ist im Klimarat der Schule vertreten und hat sich mit grossem Interesse für ihr Projekt eingesetzt: «Zuerst wollte ich den Kocher meiner Grossmutter in Ruanda schenken, aber ich habe so viel Zeit und Energie investiert in dieses Projekt, dass ihn jetzt zuerst einmal selbst nutzen möchte. In der Projektwoche habe ich ausserdem noch Energiebilder gemalt, das war mein persönliches Highlight und ich konnte Energie einmal von einer anderen Seite erleben.»

Wissen fürs Leben

Was für Folgen hat es, wenn wir uns jedes Jahr ein neues iPhone kaufen? Und gibt es überhaupt faire Handys? Ein interessantes Thema für viele Jugendliche, das im regulären Unterricht behandelt wurde. So haben die Schülerinnen und Schüler recherchiert, welche Metalle für den Bau eines Smartphones verwendet und wie diese abgebaut werden. Sie haben sich mit den Arbeitsbedingungen der Menschen in der Wertschöpfungskette auseinandergesetzt und sich gefragt, was es für Möglichkeiten gibt, ein Handy zu recyceln, wenn es nicht mehr benutzt wird. Lernen fürs Leben.

Und was steht als nächstes an? Die Sek Breiti will ihren Papierverbrauch reduzieren. So wie es im Leitbild steht, ist der nachhaltige Umgang mit Ressourcen Pflicht. Schulleiter Beat Spaltenstein meint, da gäbe es noch Optimierungsbedarf – vor allem beim Drucken und Kopieren. Denn das Recycling hat die Schule gut im Griff. Doch als engagierte Klimaschule, die Nachhaltigkeit nicht nur lehrt, sondern auch lebt, wird auch dieses Projekt mit Sicherheit von Erfolg gekrönt sein.

 

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Bilder:

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Projektleiter Manuel Scherrer übergibt die Auszeichnung als erste Klimaschule der Schweiz an Schulleiter Beat Spaltenstein. Cornelia Oelschlegel, Präsidentin der Sekundarschulpflege gratuliert.

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Angélique (16) aus Turbenthal präsentiert ihren selbstgebauten Solarkocher.

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Die Schülerinnen und Schüler haben im Rahmen der Projektwoche im Wald selbst Holz gehackt…

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… um damit an der Klimaschule-Feier über dem offenen Feuer für alle zu kochen.

Solarauto_basteln2

Solarauto_basteln

Einige Schülerinnen und Schüler haben selbst ein Solarauto gebaut.

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Andere haben mit Superfoods gekocht.

Energievolles_Malen

Energiemalen hat das Thema einmal von einer anderen Seite erlebbar gemacht.

Solaranlage_erklaeren

So hat alles angefangen: mit einer Solaranlage auf dem Schulhausdach im Rahmen von «Jede Zelle zählt».