Auf den Dächern der Sekundarschulhäusern Affeltrangen und Tobel wird über die Sommerferien eine Solaranlage installiert. Der optimale Anlass, um die Schüler unter dem Motto «Jede Zelle zählt» auf das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren. Die Klimaschutzorganisation myblueplanet wird die Jugendlichen während des nächsten Schuljahres mit Workshops, Projektwochen und Crowdfounding-Aktionen begleiten.
Kurz vor den Sommerferien ist in den Sekundarschulen Affeltrangen und Tobel noch einmal Action angesagt. Bereits um 8 Uhr rennen die Schüler über den Pausenhof, suchen im Gebüsch nach Kärtchen und würfeln um die Wette. Und das alles im Namen des Klimaschutzes. Anlass für die Aktion ist die Installation einer Solaranlage auf den beiden Schulhausdächern. Gemeinsam mit dem JZZ-Team werden die Schüler während des nächsten Schuljahres bei verschiedenen Projektwochen und Workshops auf das Thema Klimaschutz sensibilisiert. Möglich gemacht wird dieses Projekt auch durch das Umfeld der Schule, welches via Crowdfunding virtuelle Solarzellen für das Bildungsprojekt sponsern kann. Das gesammelte Geld fliesst in die Klimabildung der Schüler. Die Solaranlage an sich wird von der Sekundarschulgemeinde Affeltrangen-Tobel finanziert und von MBR Solar aus dem Thurgauischen Wängi gebaut.

Schüler Marco Niederer strahlt: «Ich finde es einfach super, dass unsere Schule bald sauberen Strom produziert. Ich hoffe, dass andere Schulhäuser auch demnächst eine Solaranlage bauen.» Die verschiedenen Challenges am sogenannten Initialday des Projekt, also dem Startschuss, gefallen auch Schülerin Giuliana Stutz: «Es macht Spass, mitzumachen, anstatt nur zuzuhören.» Marco Niederer findet: «Es ist auch sehr gut, dass das JZZ-Team regelmässig zu Besuch sein wird. Ich finde es wichtig, dass das Thema Klimaschutz immer wieder mal im Unterricht integriert wird.» Weitere Schulkollegen stossen zu den beiden. Eine Schülerin meint: «Also für mich waren die Informationen zum Klimawandel fast alle neu. Es ist wirklich interessant, mehr darüber zu erfahren und vor allem zu wissen, was ich persönlich dagegen tun kann.» Dann müssen alle weiter zum nächsten Posten. Dort geht es darum, Kärtchen mit abgebildeten Lebensmitteln nach dem Energieverbrauch sowie der CO2-Emmission bei der Herstellung und dem Transport zu sortieren. Von wenig verursachten CO2-Emissionen wie bei Thurgauer Äpfel bis zur italienischen Salami mit hohen Kohlendioxid-Ausstoss.
Lehrer vom Projekt überzeugt
Diego Indermaur ist Sekundarschullehrer in Affeltrangen. Er schaut sich die Posten interessiert an. Eine Gruppe Schüler ist gerade dabei, verschiedene Schicksale von Menschen aus aller Welt vorzulesen und diese den verschiedenen Ursachen des Klimawandels wie Trockenheit oder Eisschmelze zuzuordnen. «Das Thema Klimaschutz gehört einfach dazu. Ich finde es sehr gut, dass sich unsere Schüler im Rahmen des Projekts ‹Jede Zelle zählt› damit auseinandersetzen», so der Lehrer. «Die Zusammenarbeit mit dem jungen JZZ-Team ist sehr entspannt. Ich freue mich darauf, sie alle künftig regelmässiger in unserem Schulhaus zu sehen.» Dem kann Schulleiter Hans-Martin Keller nur zustimmen. «myblueplanet kam auf uns zu. Wie es der Zufall wollte, waren wir gerade in der Planung für den Bau einer Solaranlage. Da kam uns ihr Angebot, uns im nächsten Jahr zu begleiten, sehr gelegen. Dass die kompetente Unterstützung vom JZZ-Team sogar kostenlos ist, finde ich grandios!»

Auch Michael Huber, Lehrer im Sekundarschulhaus Tobel, ist von der künftigen Solaranlage auf dem Schulhausdach begeistert: «Man sollte generell alle verfügbaren Flächen nutzen, um sauberen Strom zu erzeugen. Umso besser, wenn dabei die Schüler miteinbezogen werde.»

JZZ-Projektleiter Manuel Scherrer freut sich über die Power und das Interesse der Schüler aus Affeltrangen und Tobel: «Es ist beruhigend zu sehen, dass gewisse Grundwerte im Klimaschutz wie der sparsame Umgang mit Strom und Wasser bereits in den Köpfen der Jugendlichen verankert ist. Wir haben bei den verschiedenen Posten jedoch auch gemerkt, dass wir in den nächsten Monaten noch viel Wissen vermitteln können.»