Vor gut einem Jahr ist die Sekundarschule Ossingen-Truttikon in ein Projekt zu Energie, Klimawandel und Nachhaltigkeit gestartet: «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» (JZZ). Im Mai halfen die Schülerinnen und Schüler beim Bau der Solaranlage an der Schule mit. Diese wurde am Montagabend feierlich eingeweiht. Das Projekt JZZ geht weiter.

«Der 15. Juni war ein ganz spezieller Tag», freute sich Schulleiter Andy Salzmann. «Da konnte ich meinen Computer zum ersten Mal mit Strom von unserem Schuldach betreiben. Wir wissen jetzt ganz genau woher unser Strom kommt und damit das funktioniert hat, haben viele Menschen zusammengearbeitet. Weil wir den Jungen einen blauen Planeten hinterlassen möchten.»

Mehr als eine Solaranlage

«Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» (JZZ) an der Sekundarschule Ossingen-Truttikon ist ein Gemeinschaftsprojekt. Der Verein Solarkraftwerk Orenberg realisierte die Solaranlage, die rund 220’000 Franken gekostet hat und von der Firma Helion mit Unterstützung der Schülerinnen und Schüler gebaut wurde. Dank der Zusammenarbeit mit der Wohnbaugenossenschaft GWG und der Primarschule konnte das ganze Dach für die Solaranlage genutzt werden. Die 85 kWp-Anlage deckt ca. 60% des Strombedarfs der Sekundar- und Primarschule sowie den Allgemeinstrombedarf der GWG-Wohnsiedlung Orenberg.

Gemeinsam Lösungen finden

Ein Solarfox, ein spezieller Bildschirm, der im Schulhaus montiert wurde, macht den Stromertrag und die CO2-Einsparung der Solaranlage sichtbar. So sehen die Schülerinnen und Schüler, wie viel Energie gerade auf dem Schulhausdach produziert wird. Projektleiterin Angela Serratore von myblueplanet sagte, JZZ wolle Lösungen und Alternativen aufzeigen: «Wir müssen nicht verzichten. Es gibt auch nachhaltige Alternativen – wie zum Beispiel eine Solaranlage, die ökologischen Strom produziert.»Auch in den kommenden Jahren möchte JZZ mit den Jugendlichen gemeinsam Lösungen erarbeiten.

«Mit Herz, Seele und Portemonnaie»

Die Schülerinnen und Schüler haben es geschafft, 1’290 symbolische Solarzellen zu verkaufen und somit ihr «Klimakässeli» für erlebnisorientierte Bildung in den Folgejahren prall gefüllt. «Jede Zelle zählt» in Ossingen-Truttikon wurde grosszügig unterstützt durch den Rotary Club Winterthur-Mörsburg. Mit einem Beitrag von insgesamt rund 40’000 Franken ermöglicht der Rotary Club und dessen Mitglieder den Sekundarschülern in den kommenden Jahren weitere Bildungsaktivitäten zum Thema Energie, Klima und Nachhaltigkeit.«Wir waren stets mit Herz und Seele und mit dem Portemonnaie dabei», sagte Bruno A. Wyss vom Rotary Club Winterthur-Mörsburg anlässlich der Einweihung. «Mit JZZ haben wir einen Schritt gemacht in Sachen Energiewende in der Region – da können alle Beteiligten stolz sein. Wir alle können einen Beitrag leisten und unserer Erde Sorge tragen.» Zu den Unterstützern gehören ebenfalls die Gemeinden Ossingen und Truttikon, wobei sie mit dem Projekt JZZ von myblueplanet auch Energiestadt-Punkte sammeln konnten, und die SOLKO Solarenergie Kraftwerk Ossingen.

Erlebnisorientierte Bildung

Verschiedene Aktionstage haben die Jugendlichen im Rahmen von JZZ für die Themen  Energie und Klima sensibilisiert. So hat die Sek einen Blackout Day durchgeführt, während eines Schultages den Strom abgestellt und auf die Abhängigkeit vom Strom aufmerksam gemacht. Youri (13) erzählt von seinem persönlichen Highlight: «Mir hat der Aktionstag Strom am besten gefallen, als wir die verschiedenen Formen der Energiegewinnung kennengelernt haben. Da habe ich gelernt, dass wir bewusst mit dem Strom umgehen sollen, weil es nicht endlos Strom gibt.» Beim Baustellentag im vergangenen Mai konnten die Jugendlichen schliesslich selbst mithelfen beim Bau der Solaranlage auf ihrem Schulhausdach und haben so direkt erfahren, woher die Energie kommt. Auch im Schulzimmer fanden diverse Bildungsaktivitäten statt zu Themen wie Onlinehandel und Kleiderproduktion, PET-Abfall und Foodwaste. Die Schüler haben in Gruppenarbeiten die Themen erarbeitet, sich ausgetauscht und eine eigene Meinung dazu gebildet.